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Aus unserer Geschichte

Die Marianische Männersodalität Aschaffenburg entstand in der Zeit der katholischen Reform nach der Glaubensspaltung im 16. Jahrhundert. Aschaffenburg gehörte damals zum Erzstift Mainz. Unter Erzbischof Johann Schweikard gründeten die Jesuiten am 12. November 1612 eine Niederlassung. 1620 eröffneten sie ein Gymnasium; zwischen 1619 und 1621 entstanden Kirche, Kloster und Schule.

Die Gründung der damaligen „Aschaffenburger Bürgersodalität“ im Jahr 1621 wird dem aus Magdeburg stammenden Jesuitenpater Falko zugeschrieben. 1625 folgte die päpstliche Bestätigung in Rom. Neben der Gemeinschaft der „Herren und Bürger der Stadt“ bestand eine Sodalität der Studierenden; aus ihr ging 1657 die kleine Marianische Studentensodalität hervor.

Prozessionen und die Wallfahrt zum Heiligen Blut in Walldürn prägten das gemeinsame Glaubensleben. Die überlieferte Chronik nennt bereits für 1618 eine nachgewiesene Walldürnwallfahrt unter Pater Falco. Nach dem Dreißigjährigen Krieg berichtete Pater Gamans von Wallfahrten mit bis zu 800 Teilnehmern, darunter Kurfürst und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn.

Zum Wallfahrtsweg gehörten vierzehn Stationen: sieben zu Ehren der Blutvergießungen Christi und sieben zu Ehren der Schmerzen Mariens. Die letzte Station ist die Aschaffenburger Kapelle rund drei Kilometer vor Walldürn. Ihre Inschrift erinnert an den Wiederaufbau durch die Marianische Bürgersodalität Aschaffenburg im Jahr 1892.

Die überlieferte Darstellung beschreibt für die Zeit um 1790 einen besonders hohen Mitgliederstand im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Neben bekannten Persönlichkeiten gehörten viele Handwerker, Gesellen, Arbeiter und Tagelöhner zur Sodalität. Die Gemeinschaft verband Menschen unterschiedlicher Berufe und gesellschaftlicher Herkunft.

Viele Unterlagen gingen durch den Krieg verloren. Erhaltene Aufzeichnungen, darunter Auszüge des damaligen Präses Pater Georg Weh, geben Einblick in diese Zeit. Weh übernahm das Präsesamt am 8. Dezember 1924 und bereitete das 300-jährige Jubiläum der päpstlichen Bestätigung vor. Bei der Jubiläumsfeier wurden 125 Sodalen aufgenommen.

Seine Erinnerungen berichten von Einkehrtagen, Exerzitien, Bekenntnisprozessionen und der 1936 eingeführten nächtlichen Anbetung in der Sandkirche. Diese Veranstaltungen beschreibt Weh als Stärkung des Glaubens angesichts des Nationalsozialismus.

Die Chronik schildert die Karfreitagsprozession 1944 unter den Bedingungen von Luftalarm und polizeilicher Beobachtung. Sie berichtet außerdem von der Zerstörung der Muttergottespfarrkirche am 27. Oktober und der Jesuitenkirche am 20. Dezember 1944. Das alte Kruzifix konnte zunächst aus der Jesuitenkirche gerettet werden, wurde später jedoch bei der Beschießung des Stifts zerstört.

Zusammenfassung der vorliegenden dreiseitigen Chronik. Die Schilderungen zur Kriegszeit beruhen auf darin wiedergegebenen historischen Erinnerungen von Pater Georg Weh.

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